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Kurs XIX Weiskirchen 2022/23

Tagungsort

Schönstattzentrum Weiskirchen
Pommernstr. 13
63110 Rodgau / Weiskirchen
Telefon 06106-16927

Termine

1. Ausbildungsjahr: Ehe und Familie leben

WE 1:   25.-27.03.2022
WE 2:   06.-08.05.2022
WE 3:   01.-03.07.2022
Studienwoche 1:  05.-11.08.2022
WE 4:   07.-09.10.2022
WE 5:   25.-27.11.2022

2. Ausbildungsjahr: Ehen und Familien begleiten

WE 6:   27.-29.01.2023
WE 7:   03.-05.03.2023
WE 8:   16.-18.06.2023
Studienwoche 2:  28.07.-03.08.2023
WE 9:   06.-08.10.2023
WE 10: 17.-19.11.2023

Flyer und Anmeldung für den Kurs

Interessenten können sich hier voranmelden:
mail-at-akademie-ehe-familie.de

Kurs XX Oberkirch 2024/25

Tagungsort

Schönstatt-Zentrum Marienfried
Bellensteinstr. 25
77704 Oberkirch
Tel. 07802 92850

Termine

1. Ausbildungsjahr: Ehe und Familie leben

WE  1: 26.01.-28.01.2024  Oberkirch
WE  2: 15.03.-17.03.2024  Oberkirch
WE  3: 14.06.-16.06.2024  Liebfrauenhöhe
Studienwoche 1: 30.08.-05.09.2024   Oberkirch
WE  4: 11.10.-13.10.2024  Oberkirch
WE  5: 06.12.-08.12.2024  Liebfrauenhöhe

2. Ausbildungsjahr: Ehen und Familien begleiten

WE  6: 24.01.-26.01.2025  Oberkirch
WE  7: 04.04.-06.04.2025  Liebfrauenhöhe
WE  8: 27.06.-29.06.2025  Liebfrauenhöhe
Studienwoche 2: 05.09.-11.09.2025  Oberkirch
WE  9: 10.10.-12.10.2025  Oberkirch
WE 10: 21.11.-23.11.2025  Oberkirch

>> Anmeldungsflyer zum Herunterladen

Just be – einfach sein

Der Impuls von Stefan Harrer (Gitarrist der Band Just Be und leidenschaftlicher Prediger) im “Sing & Pray” Gottesdienst vergangene Woche hat uns sehr angesoröchen. Wir finden es sind geniale Impulse für uns als Paar dabei. Viel Spaß bei der Zeit zu Zweit!

Einfach sein

Es könnt’ alles so einfach sein
Ich gönn’ allen ihr Eigenheim
Denn wir wollen eh keine Arbeit
Wollen nur jede Menge Geld
Wenn es geht keine Fragen
Die uns irgendjemand stellt

Es könnt’ alles so einfach sein, ist es aber nicht…“

Ein Blick in unsere Welt bestätigt das, was im Lied „Einfach sein“ der Fantastischen 4 anklingt: nichts ist mehr wirklich einfach in unserem Leben in unserer Zeit: in einem Raubtierkapitalismus, in dem der Mensch ein Wolf dem Menschen ist, vielleicht gar noch im Schafspelz. Und um nicht vor die Hunde zu gehen, bringt jeder lieber für sich seine eigenen Schäfchen gewinnmaximiert ins Trockene. Und dazu tanzt der russische Bär dieser Tage Tango mit unserem Frieden, der durch Corona&Co schon am Fliege machen war.

Warum schaffen wir es nicht, miteinander einfach zu sein?

Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz mehr. Keine Anerkennung und Leistung mehr, mit der wir uns definieren müssen. Keinen Grund für Gier oder Hunger. Nichts, wofür es sich lohnt, zu töten oder zu sterben. Nichts Trennendes mehr, sondern wir alle wären gleich: gewollt und gut, bedingungslos geliebt und gehalten, liebenswert und liebesfähig. Eine Menschheit in Schwester-/Brüderlichkeit. Und alle Menschen teilen sich die ganze Welt, leben im Heute, ihr Leben in Frieden. Können wir uns das vorstellen?

Haben wir vergessen, dass ein immer mehr auch immer mehr Welt verbraucht und dass, was uns wirklich stark gemacht hat, nicht IQ, individuelle Intelligenz, sondern WeQ, die Intelligenz, zusammen zu kooperieren ist? Oder wollen wir gar nicht einfach sein? Wie profan und simpel darf unser Leben werden? Und dann liegt man abends im Bett, ist angestrengt von seinem komplizierten und schweren Leben und wünscht sich, „endlich mal wieder einfach nur zu sein“. Damit es wieder leichter ist!

Wo sind Antworten für unsere Fragen? Wo Ankerpunkte für unsere Seele? Wo die Formel für andauerndes Glück ohne Schmerz, nicht nur in den besonderen Momenten des Lebens, sondern auch im ganz normalen Alltag?

Und so ist unsere Sehnsucht groß. Sehnsucht nach einem heilen, gelingenden, gerechten Leben, in dem nicht das Vordergründige zählt, und in dem nicht der erste Blick das vernichtende Urteil spricht. Einem Leben, in dem auch die Schwachen und Langsamen eine Chance haben, in dem die Menschen einander verstehen, ohne ständig auf die Unterschiede zu pochen.

Nach Unverbrauchtem, neuen Chancen, noch einmal neu anfangen zu dürfen, frei von Schuld und unbelastet von dunklen Erfah­rungen. Noch einmal alle Möglichkeiten offen zu haben, gleich einem kleinen Kind – gleich jenem Kind in der Krippe – das ist unsere Lebenssehnsucht.

Schließ deine Augen und atme tief, und hör mal auf nur das zu glauben, was du siehst. Du weißt genau, alles durchschauen, das schafft man nieDoch was du brauchst, das ist Vertrauen und Fantasie. In einem sind eh alle gleich. Und auch wenn es keinem so scheint. Obwohl wir nichts wissen, weiß jeder Bescheid. Darin sind wir alle vereint. Dann fassen wir hier mal zusammen. Es hat alles mit dir angefangen. Du bist irgendwann übers Wasser gegangen…“

Den Fingerzeig unserer 4 fantastischen Psychologen nehme ich auf und fasse zusammen: unsere Sehnsucht wird sich erfüllen – denn es ist einer gekommen, in dem Gottes Geist ganz und ungebrochen da ist.

Mit einer Liebe, die unser Leben trägt und in der wir uns geborgen fühlen: hier darf ich sein, hier ist es gut. In mühsamen Zeiten fällt unsere Seele wider alles Erwarten nicht ins Bodenlose. Wir sind von guten Mächten wunderbar geborgen, spüren, wie uns stilles Zutrauen und Ge­lassenheit zuwachsen. In Chaos und Gewalt bricht eine neue Hoffnung an. Uns allen werden Lebensmöglichkeiten geschenkt, weil dieser eine kam, der sich auskennt mit der Welt und mit meinem kleinen Menschenle­ben, einer, der hin-durchschaut, der die Sehnsucht der Menschen selbst gespürt, ertragen, durchlitten hat und doch auch ihre Kraft gespürt hat, von ihr getragen und beflügelt war, um unsere Sehnsucht mit Gottes Welt zusammenbringen – Jesus Christus. Seine Liebe ist die Kraft, die alles verwandelt: aus einem toten Baumstumpf wächst mitten im Winter ein neuer Reis des Lebens. Hüllen wir also unsere Sehnsucht in Zuversicht und blicken auf diese Knospe im Wind. Wir riechen den Duft einer neuen Blüte. Wir sehen erste Farben neuen Lebens und spüren in unserer Seele und auch in dieser Welt die Kraft dieses neuen Lebens. Klein, leicht zu übersehen, gefährdet zu zerfallen.

Es gibt einen Adressaten für meine Wünsche, Sehnsüchte und Ängste. Einen Ort, wo ich auch frei über meine Fehler und mein Versagen reden darf.

Hören wir ein neues Lied, das uns ins Herz und ins Ohr singt und uns einlädt: Lola Gola – Loslassen, Gott lassen, um so – zusammen einfach zu sein.

-Impuls von Stefan Harrer-

Songwriter: Andreas Rieke / Thomas Burchia / Michael Beck / Thomas Duerr / Michael B Schmidt

Songtext von Einfach sein © Arabella Musikverlag Gmbh, Emi Music Publishing Germany Gmbh, Four Music Publishing Gmbh, Rekord Music Publishing Gmbh

Fragen für´s Paargespräch:

  • Wo können wir uns so richtig fallen lassen und “einfach sein”?
  • Da Gott unser “Adressat für meine Wünsche, Sehnsüchte und Ängste” ist. Was habe ich ihm heute zu erzählen?
  • WeQ, die Intelligenz, die uns zusammen kooperieren lässt. Was macht unseren WeQ als Paar aus? Wo sind wir zu zweit einfach besser als allein?
  • Einfach sein: Wir schließen die Augen, halten uns an der Hand und danken im Stillen Gott, dass wir uns gefunden haben. Wer möchte spricht ein schönes Wort aus unserem Gespräch nochmal laut aus.

Herbst, Zeit um loszulassen

Der Herbst ist da, sehr golden in diesem Jahr. Wir genießen die letzten intensiven Sonnenstrahlen, die fallenden Blätter und die wunderschönen bunten Herbstfarben. Die Uhr wurde auch schon wieder auf Winterzeit umgestellt, alles geht gefühlt rückwärts.
Nicht nur die Natur, auch die Feste im November, erinnern uns daran, dass sich ständig alles wandelt und wir auch mit unserer eigenen Vergänglichkeit konfrontiert werden. Neulich sah ich einen sehr schönen Impuls einer Künstlerin, die einen Herbstwald in verschiedenen rot gelb Schattierungen gemalt hatte. Einzelne Blätter fielen zwischen den kahl werdenden Bäumen zu Boden und dazwischen stand in kunstvoller Schrift.
„Lass die Herbstbäume dich daran erinnern, wie schön loslassen sein kann.“

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/stra%c3%9fe-wald-herbst-jahreszeit-laub-1072823/


Ein schöner Impuls, die letzten Wochen des Jahres zu nutzen, um sich als Paar die Zeit zu nehmen Rückschau zu halten. Den gut gefüllten Jahresrucksack gemeinsam zu entrümpeln. Jetzt wo die Abende wieder lang und dunkel sind, vielleicht bei einer schönen Tasse Tee und Kerzenlicht.
Wir haben alle viel er- und durchlebt in diesem Jahr, als Paar und einzeln viele Momente und Erinnerungen gesammelt. Sicher gab es schöne und schwierige Momente, Gefühle der Freude und des Glücks, aber auch Gefühle von Belastung, Trauer oder Überforderung.
Wann nehmen wir uns wirklich einmal Zeit, eine Bestandsaufnahme zu machen und unser „angesammeltes Gepäck“ genauer unter die Lupe zu nehmen.
Loslassen geht nur, wenn wir uns bewusst werden, woran wir überhaupt anhaften.


Das kann mit den folgenden Fragen, im Paargespräch bei einer Tasse Tee und Kerzenschein,
gelingen:

  • Woran erinnern wir uns gerne?
  • Was schleppen wir (vielleicht schon viel zu lange) mit uns herum, ohne es richtig zu merken?
  • Was blieb unausgesprochen zwischen uns?
  • Welche Situationen lohnen sich, dass wir sie uns gemeinsam genauer anzuschauen?
  • Was möchte jede/r einzelne von uns gerne bewusst loszulassen? Was wäre danach anders?


Loslassen kann befreien und uns wieder zum Wesentlichen zurück führen, uns bewusst werden lassen, was wir wirklich zum Leben brauchen.
Manche Menschen misten einmal im Jahr ihren Kleiderschrank aus, damit sie Platz für Neues haben. Vielleicht dürfen uns zukünftig die fallenden Herbstblätter daran erinnern, auch in unserem Inneren diesen Raum zu schaffen.

Ein Beitrag von Birgit Thalheimer // Goldbach

Tomate, Kartoffel und Erntedank

Was hat eigentlich eine Tomate einer Kartoffel zu sagen?

Am Sonntag waren wir mit unseren Kindern beim Familiengottesdienst zu Erntedank. Die Predigt gefiel uns und unseren Kindern. Dabei hat sich eine Kartoffel mit einer Tomate unterhalten und sich vor allem bei ihr beschwert. So viel schwerer hätte sie es doch als die Tomate: Kein Licht, mitten im Dreck, keine Unterhaltung und auch keine Bewunderung. Doch dann zeigte ihr die Tomate auf, wie wichtig sie doch sei und, dass es ohne sie u.a. keine heiß geliebten Pommes geben würde. 

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/k%c3%bcrbis-gem%c3%bcse-herbst-korb-1768857/

Vielleicht fühlen wir uns auch manchmal wie diese Kartoffel, wenig beachtet und überfordert. Wie gut, wenn uns da einer sagt: Du bist wichtig! Du bist wertvoll! Du wirst gebraucht! Das dürfen wir uns selbst zusagen, weil ER es uns zusagt!

An Erntedank dürfen wir Danke sagen für die Früchte der Erde, aber auch für die Früchte, die wir hervorbringen – in uns, in unserer Familie, in unserem Freundeskreis, in der Welt.

Fragen wir uns einmal persönlich: Was hat Gott Gutes in mich hineingelegt? Was kann ich gut?

Wie gut, wenn wir Dank von anderen hören. Wie gut, wenn wir anderen unseren Dank in Worte fassen:

„Ich bin dankbar, dass Du …, wie Du …, wenn Du!“

Nutzen wir die Zeit zu zweit einmal für dieses Thema und sagen uns gegenseitig zu, wofür wir dankbar sind und welche Eigenschaften wir manchmal “kartoffelig” finden. Wir dürfen gespannt sein, welche guten Seiten meine/e Partner/in gerade an diesen Eigenschaften findet. Viel Freude dabei!

Gutes tun…

Gestern bin ich über folgende Geschichte gestolpert:

Ein Mann fuhr mit seinem Anhänger von der Arbeit nach Hause. 10 Std. hat der mit seinem Landschaftsgärtnerbetrieb eine große Rasenfläche gemäht, gepflegt und auf Vordermann gebracht. Als er fast zu Hause war, sah er auf einer eingewachsenen Wiese einen ihm unbekannten älteren Mann um die 80 Jahre alt mit einem Handrasenmäher hantieren. Er sah müde aus und die Wiese war vielleicht zu einem zehntel gemäht. Aus irgendeinem Grund dachte sich der Landschaftsgärtner, dass seine Hilfe angebracht wäre. Also drehte er um, fuhr zu dem alten Mann hin und bot an, mit seinem Sitzrasenmäher die Mäharbeiten zu erledigen. Der alte Mann konnte sein Glück nicht fassen, denn es ging ihm gesundheitlich nicht gut und er nahm dankend, das Angebot an und ruhte sich danach an der Schulter seiner Frau ein wenig aus. Für den Profi dauerte es nur wenige Minuten, wofür der ältere Herr Stunden gebraucht hätte. Die Frau kam auf ihn zu und bedankte sich von Herzen. Sie erzählte, dass ihr guter Rasenmäher kaputt gegangen sei und gerade das Geld zu knapp sei für eine Reparatur. Sie sagte: “Heute haben Sie unsere Welt ein großes Stück besser gemacht.”

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/das-gras-m%c3%a4hen-gartenarbeit-rasen-1438159/

Mich haben diese Zeilen irgendwie berührt. Es ist manchmal so einfach etwas Gutes zu tun und andere glücklich zu machen. Wir müssen nur mit geöffneten Augen durch´s Leben gehen und entdecken vielleicht den Moment wo genau wir gebraucht werden und unsere Hilfe besonders wertvoll ist. Ich glaube, dass der Mann von Gott genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und somit wirken konnte. Es sollte so sein. In Schönstatt nennen wir das Vorsehungsglauben.

Vielleicht kann diese wahre Geschichte uns inspirieren für die Zeit als Paar:

  • Wo habe ich einmal erlebt, dass genau zur richtigen Zeit jemand am richtigen Ort war und helfen konnte?
  • Gibt es in unserem Alltag Situationen in denen wir achtsam unsere Hilfe anderen anbieten können?
  • Wo wünschen wir uns im Leben als Paar auch den offenen Blick des Partners, wenn wir einmal selbst Hilfe brauchen?
  • Ein Vorsatz für die kommende Zeit könnte lauten…

Viel Freude im Gespräch zu zweit!

Glücklicher Start in den Tag – Zeit für Leichtigkeit

„Vergiss nicht: Man benötigt nur wenig, um ein glückliches Leben zu führen.“ Marc Aurel


Warum wir den Sommer so lieben? Weil für uns der Tag dann schon mit mehr Leichtigkeit startet.
Mein Mann und ich haben einen sehr unterschiedlichen Rhythmus. Er ist ein absoluter „Earlybird“
und liebt es früh aufzustehen und schon vor 7 Uhr in der Frühe einen ausgedehnten
Waldspaziergang zu machen, um so seine Batterien für den Tag aufzuladen. Ich dagegen bin eher
eine Nachteule und brauche morgens Ruhe und Zeit für mich, um warm zu laufen.

Da uns der gemeinsame Start in den Tag wichtig ist, haben wir im Laufe der Jahre eine Lösung
gefunden, die uns gerade jetzt, im Sommer, so richtig gut tut.
Wir haben unsere „Frühstücksstunde“ eingeführt.
Nach den jeweils individuellen Morgenroutinen, genießen wir draußen, auf unserem kleinen
Balkon, gemeinsam die Morgensonne, frühstücken und tauschen uns dabei aus, was alles so
ansteht und wie es uns geht. Danach starten wir dann mit der Arbeit.

Bildquelle: https://pixabay.com/photos/sunrise-sun-dawn-morning-sky-1513802/

Natürlich haben wir nicht immer eine volle Stunde Zeit, je nachdem wer wann welche Termine hat,
aber diese morgendliche Zeit zu zweit ist ein festes Ritual geworden, auf das wir uns freuen.
Besonders, wenn wir im Sommer draußen sein können.


Wir verzichten auch bewusst darauf dabei Zeitung zu lesen, oder das Handy zur Hand zu nehmen
und haben festgestellt, dass diese Kleinigkeit schon einen Unterschied macht.
Morgens ein gemeinsames Ritual zu haben und sei es noch so klein, z.B. ein Kuss, eine
Umarmung oder einen gemeinsamen Kaffee zu trinken, den/die andere/n zu fragen, was heute
ansteht und somit Interesse zu zeigen, stärkt nachweislich die Bindung.
Und noch ein kleiner Tipp von uns, um mehr Leichtigkeit in den Morgen zu bringen, auch wenn die
Sonne mal nicht scheint ;o)

Experten haben herausgefunden , dass es Wunder bewirken kann, wenn man morgens
mal etwas komplett unerwartetes oder verrücktes tut, z.B. ein Gedicht vorlesen, ein Lied singen,
mit dem Rücken zuerst aufstehen und rückwärts aus der Tür gehen etc. Das irritiert die
Denkgewohnheiten im positiven Sinne und man fängt meist an zu lachen. Humor versprüht direkt
eine große Portion Leichtigkeit und Gelassenheit und der Tag startet gleich viel schöner.

Unsere Empfehlung: Probiert es direkt morgen früh mal aus und stellt euch gerne beim nächsten
gemeinsamen Frühstück die folgenden Fragen:

  • Wie sieht bei uns ein glücklicher Start in den Tag aus?
  • Was braucht jede/r am Morgen für sich, damit der Tag gut anfängt?
  • Was würde uns morgens gemeinsam Spass machen?

Ein Beitrag von Birgit Thalheimer, Goldbach

Die Essenz des Tages

Wenn im Alltag mal wieder viel los war und sich die Ereignisse überschlagen, ziehen mein Mann und ich uns gerne irgendwo ans Wasser zurück. Wir haben festgestellt , dass wir hier am besten runterfahren und die Seele baumeln lassen können.

Draußen sein, mit allen Sinnen die Natur genießen und einfach mal nichts müssen, sich treiben lassen, schöne Plätze finden und dort verweilen, wo es einem gefällt.

Natürlich geht das jetzt, wo die Kinder alle erwachsen und aus dem Haus sind einfacher, aber selbst mit kleineren Kindern lassen sich solche „Mini-Urlaube“ vom Alltag einrichten.

Wenn es keine Gelegenheit gibt einen Ausflug ins Grüne zu machen, dann genügt es auch, sich gemeinsam nach Feierabend, oder wenn die Kinder im Bett sind, auf Balkon oder Terrasse zu setzen, sich einen Moment Zeit zum Durchatmen zu nehmen und wieder bei sich anzukommen.

Bildquelle: Michael Kiess

Wir haben gemerkt, dass es uns gut tut, dann den Tag nochmal bewusst nachzuerleben, einzuordnen und die Essenz daraus positiv für uns zu nutzen. Wenn der Lieblingsplatz gefunden ist, helfen folgende Fragen:

1. Wie bewerte ich den heutigen Tag, auf einer „Schulnotenskala“ von 1-6 (Es braucht dazu keine Erklärung, einfach nur wahrnehmen was gerade da ist)

2. Wofür bin ich heute dankbar?

3. Was hat mir heute Freude gemacht?

4. Was habe ich heute Neues gelernt?

5. Was habe ich heute gut gemacht?

6. Was hat mich heute einen Schritt meinem Ziel näher gebracht?

7. Was ist meine Essenz des Tages und wie nutze ich sie in meinen Alltag.

Es müssen nicht immer alle Fragen beantwortet werden, es geht einfach darum, sich auszutauschen und den Perspektivenwechsel ins positive Wahrnehmen zu üben.

Regelmäßig den Fokus darauf zu richten, was uns an diesem Tag berührt hat und schön war, stärkt nachhaltig die Paarbeziehung.

Es tut so gut, die positive Essenz des Tages miteinander zu teilen, vorhandene Fähigkeiten und Kompetenzen zu erkennen und im Alltag immer bewusster zu nutzen.

Je öfter ihr dieses kleine Ritual wiederholt, desto mehr werdet ihr den positiven Effekt spüren. Die lauen Sommerabende eignen sich ganz hervorragend zum Ausprobieren.

Mit einem gemeinsam genossenen Gläschen Wein, macht es noch mehr Spass ;o)

(Ein Beitrag von Birgit und Frank Thalheimer aus Goldbach)

Wachstumspläne Gottes

Vergangenes Wochenende war Katholikentag in Stuttgart. Ein Impuls von Stefan Harrer (Band Just Be, Plochingen) hat uns besonders angesprochen:

Neulich stand ich wieder am Fluss. Es war ein schöner, klarer Morgen. Beschaulich rinnt das Wasser meiner Lebenszeit dahin, immer auf der Suche nach dem Meer. Der Himmel spiegelt sich darin mit ungezähmt himmelhohen Wünschen, alles fließt. Es waren einige andere auch da am wohl bekanntesten Fluss auf dieser Erde. Und alle schauten sehnsuchtsvoll ans andere Ufer hinüber: Sein Name ist nicht Rhein, nicht Neckar, sondern „Hätte-ich-doch-wenn-doch-nur“ und ich bin mir sicher, wir alle kennen ihn auch.

Bildquelle: Pixabay.com

Gerne würden wir übersetzen, denn scheinbar alles, was uns von einem guten Leben trennt, ist nur dieser Fluss. Wenn ich doch nur mehr Geld hätte, wenn ich doch nur eine größere Wohnung hätte, wenn ich doch nur attraktiver wäre… Hätte ich doch nur einen besseren, kündigungsimmunen Job, einen Kalender frei von Terminen, einen liebevolleren Partner. Es ist schon tragisch. Das gute Leben am anderen Ufer in Sichtweite mit viel grünerem Gras und ich hier, nur einen Einkauf, eine Beförderung, eine Veränderung weit entfernt. Werde ich jemals übersetzen? Dieser Gedanke, lässt mich ja panisch Überstunden schieben, Verpflichtungen annehmen, Schulden und Stress schultern, um mir die Fahrkarte für die Überfahrt zu verdienen. Das ist der Frieden, den uns die Welt schenken will und er ist stets an Bedingungen geknüpft: du bist was du leistet, du bist die Anerkennung, die du dir erwirbst, du bist was du hast. Und das auch nur scheinbar, denn genug ist nie genug. Schneller, höher, weiter. Wachstum ohne Ruhe. Dazu diese Stimmen: „du kannst nichts, du bist nichts wert, keiner mag dich, selber Schuld, Veränderung ist viel zu gefährlich“, wie Zombies. In solch Sorge und Angespanntheit schuften wir kurze Nächte, lange Tage, damit sich vielleicht die Umstände doch ändern und wir endlich ins gute Leben übersetzen können. Gottes Frieden ist ein anderer: bei ihm bin ich gewollt und gut, bedingungslos geliebt und gehalten, liebenswert und liebesfähig. Sein Wachstumsplan für uns ist bio-logisch, gepflanzt an seiner Quelle, in ihm wurzeln, zu grünen und Frucht zu bringen, Liebe und Leben zu teilen. „Macht euch keine Sorgen, sondern wendet euch in jeder Lage an mich. Und tut es mit Dank.“ Gehen wir an Bord der MS Sorgenfrei mit dankbaren Herzen und vertrauen wir uns der tragenden Liebe Gottes an. Nehmen wir ein Bad auf dem Sonnendeck seiner Gnade und lauschen seiner Wahrheit über uns: du bist wertvoll, würdig, behütet, befreit. Die Frage ob unsere Seele Flügel hat, ist nie eine Frage des Geldes, Ansehens und Besitzes, sondern der Freiheit. Gott hat mich aus meiner Not errettet, deswegen will ich ihm danken. Seine Gnade und Liebe hören niemals auf…

Fragen für´s Paargespräch:

  • Welche “hätte”, “könnte”, oder “wollte” – Fragen liegen bei uns gerade oben auf? Wir erzählen uns davon: Eine/r spricht, die/der andere hört nur zu.
  • Gibt es einen Wachstumsplan Gottes, den wir in unserem Leben erkennen?
  • Was müssen wir tun um auf die “MS Sorgenfrei” gehen zu können?

Wir wünschen viel Spaß und gute Gespräche bei der Zeit zu zweit!

Heldeneltern

Der Vatertag liegt vor uns, der Muttertag schon hinter uns. Der Monat Mai lädt ein, die Eltern zu feiern! Aus gutem Grund! Ein Hoch auf alle Väter und Mütter! Der Job, vielmehr die Berufung mit den meisten Überstunden der Welt. Bei der Ortseinfahrt in unser Dorf ist gerade ein großes Plakat zu lesen: “Einladung zum VATERTAGSHOCK am 26. Mai!” Für alle Nichtschwaben: Ein gemütliches zusammen “hocken”, also zusammen sitzen, das zu fröhlichem und gemütlichem Beisammensein einlädt, meist verbunden mit einem kühlen Getränk und etwas Leckerem vom Grill. Perfekter Anlass zum Anstoßen auf alle Väter dieser Welt!

Heldeneltern“
In einem Artikel lasen wir diesen Begriff. Eine tolle Wortkombination, finden wir! Mit Helden assoziieren wir ja eigentlich Übermenschen mit tollen Outfits, außergewöhnlichen Kräften und mutigen Taten. Im
Alltag mit fleckiger Hose oder verschwitztem Arbeitshemd fühlt man sich als Eltern wohl eher selten als
Held. Hinzu kommen dann auch die niemals enden wollenden To-DoListen, ganz zu schweigen von den
letzten beiden Coronajahren mit sehr und phasenweise sicher auch zu viel Zeit zu Hause. Und trotzdem
oder vielleicht gerade deswegen: Heldeneltern! Was haben wir nicht alles geleistet! Und wenn wir unsere Kinder durch ihr Leben begleiten, Stabilität geben und Liebe schenken: echt heldenhaft! Darauf dürfen
wir zurecht stolz sein!


Perspektivenwechsel
Am Ende eines Tages fühlt es sich manchmal aber nicht so an, als hätten wir heute Heldentaten vollbracht. Der Blick geht scheinbar automatisch zu allem, was noch unerledigt, schief gelaufen ist oder einfach nicht wie geplant geklappt hat. Was wäre, wenn wir unsere Perspektive ändern und
wandeln lassen? Statt den To-DoListen machen wir eine Have-DoneListe. Da kommt einiges zusammen:
Heldeneltern eben! Wir freuen uns über das, was heute mit den Kindern gut, statt schief lief, auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten waren! Wir lassen bewusst das auf uns wirken, was Gott uns Gutes und Schönes an diesem Tag geschenkt hat.

Ansprüche hinterfragen
Seit wann ist gut eigentlich nicht mehr gut genug? Warum muss alles immer perfekt sein? Manchmal reicht auch ein „okay“ im Alltag völlig aus. An unsere Kinder haben wir nicht den Anspruch, dass sie perfekt sein müssen. Aber wie sieht es bei uns aus? Vielleicht ist ein „unperfekt, aber echt!“, die
bessere Devise. Es kann helfen zu hinterfragen, woher meine Ansprüche kommen und ob ich sie
überhaupt erfüllen kann und will. Dafür kann mein Partner eine gute Hilfe sein.

Feedback geben
Im gemeinsamen Gespräch können wir uns darüber austauschen. Wir spiegeln einander, wie
wir uns als Eltern, als Vater und Mutter wahrnehmen. Und zwar aus einer ganz wohlwollenden
Perspektive. „Goldgräber, nicht Mistkäfer“ wollen wir sein. So formuliert es Pater Kentenich einmal.
Wo erlebe ich, dass mein Mann ein toller Vater, meine Frau eine tolle Mutter ist? Wo haben wir vielleicht
Ansprüche, die gar nicht angemessen oder erfüllbar sind? Bringen Sie dies füreinander ins Wort! Und
gönnen Sie sich einen Goldgräberblick – auch auf sich selbst!

Fragen für´s Paargespräch:

• Besondere Freude als Mutter / Vater, macht mir …

• Wenn ich an meine Mutter / Vater denke, bin ich dankbar für …

• Ich finde du bist eine tolle Mutter / ein toller Vater, wenn du …, wie du …, dass du …, weil du …

• Es geht mir in unserer Partnerschaft gut, wenn wir …

Gebet: „Lass uns aufeinander achten und uns zur Liebe und uns zu guten Taten anspornen.“ (Hebräer 10,24) Gott, der du uns Vater und Mutter bist: in unserem Alltag gerät der Blick auf uns als Paar manchmal in den Hintergrund. Lass uns füreinander Goldgräber statt Mistkäfer sein, damit wir die guten Seiten aneinander sehen und diese erstrahlen lassen. Lass uns liebevoll zueinander und zu unseren Kindern sein, besonders dann, wenn unser Stresslevel hoch ist. Deine Liebe zu uns lässt uns achtsam werden und zu guten Taten anspornen. Schenke uns Vertrauen in uns selbst, innere Leichtigkeit und die tiefe Gewissheit, dass du bei uns bist! Amen.

Den Blickwinkel ändern

“Ich bin ein alter Mann und ich hatte eine ganze Menge Probleme. Die meisten davon sind nie passiert!” (Mark Twain)

Über dieses Zitat sind wir am Wochenende gestolpert und ich fühlte mich gleich ertappt in meinem Bedenkenträgertum. Ja, ich muss zugeben, Sätze wie „das klappt bestimmt nicht!“, „der vergisst das doch sowieso wieder“ kommen mir oft in den Sinn. Ich weiß oft vorher schon, was nachher schief geht. Ob das dann tatsächlich so eintritt, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht tritt es ja auch ein, weil ich der Sache gar keine Chance gebe?

Es stimmt, der ewige Blick auf die Schwierigkeiten bringt mich nicht weiter. Ich denke zurück an die Situation als junge Mutter kurz nach der Geburt unseres ersten Kindes. Mein Mann hatte den Job gewechselt und seine Arbeitszeit gewaltig erhöht und ich fühlte mich einsam und überfordert in meiner neuen Mutterrolle. Praktischerweise sind wir auch kurz nach der Geburt noch umgezogen und ich hatte noch kein großes soziales Netzwerk am neuen Wohnort. Tag für Tag ging es mir schlechter. Wenn mein Mann abends heimkam, dann jammerte ich vor mich hin. Das half mir natürlich auch nicht aus meinem Loch heraus. Wir haben die Kehrtwende geschafft, in dem wir ein ganz einfaches, kleines Ritual in unseren Alltag eingebaut haben: vor dem Schlafengehen blickten wir auf den Tag zurück und sagten Gott Danke für das, was an diesem Tag schön war oder gut gelungen ist. Tatsächlich, wir fanden jeden Tag diese schönen Momente!

Dieses abendliche Ritual tut uns – und mittlerweile auch unseren Kindern – gut um den Blick für das positive in unserem Alltag zu schärfen.

Jetzt kann man sich natürliche fragen, wie man es denn schafft, mit einem positiven Blick auf den Tag zu schauen, wenn man von Natur aus eher dazu neigt die Dinge skeptisch oder pessimistisch zu betrachten. Das passiert ja oft ganz unbewusst, dass man immer auf das Negative blickt.

Vielleicht kann es hier eine gute Übung sein, bewusst den Blickwinkel zu verändern. Wie würde jemand anders auf diese Situation / diese Person blicken? Wie würde Gott auf mein Problem schauen?

Bild von Hands off my tags! Michael Gaida auf Pixabay

Für Euer Gespräch zu zweit könntet Ihr über folgende Fragen ins Gespräch kommen:

  • Wie blicken wir beide / jeder einzeln auf unsere Umwelt? Eher positiv, optimistisch? Eher negativ, pessimistisch?
  • Treten unsere Befürchtungen oft ein?
  • Blickt gemeinsam auf eine Situation, die Euch beschäftigt, und versucht Eure Haltung, Euren Blickwinkel darauf zu verändern. Wie würde jemand anderes / Gott diese Situation beschreiben?

Wir wünschen Euch ein inspirierendes Gespräch!

Martina und Daniel Gröber