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Tomate, Kartoffel und Erntedank

Was hat eigentlich eine Tomate einer Kartoffel zu sagen?

Am Sonntag waren wir mit unseren Kindern beim Familiengottesdienst zu Erntedank. Die Predigt gefiel uns und unseren Kindern. Dabei hat sich eine Kartoffel mit einer Tomate unterhalten und sich vor allem bei ihr beschwert. So viel schwerer hätte sie es doch als die Tomate: Kein Licht, mitten im Dreck, keine Unterhaltung und auch keine Bewunderung. Doch dann zeigte ihr die Tomate auf, wie wichtig sie doch sei und, dass es ohne sie u.a. keine heiß geliebten Pommes geben würde. 

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/k%c3%bcrbis-gem%c3%bcse-herbst-korb-1768857/

Vielleicht fühlen wir uns auch manchmal wie diese Kartoffel, wenig beachtet und überfordert. Wie gut, wenn uns da einer sagt: Du bist wichtig! Du bist wertvoll! Du wirst gebraucht! Das dürfen wir uns selbst zusagen, weil ER es uns zusagt!

An Erntedank dürfen wir Danke sagen für die Früchte der Erde, aber auch für die Früchte, die wir hervorbringen – in uns, in unserer Familie, in unserem Freundeskreis, in der Welt.

Fragen wir uns einmal persönlich: Was hat Gott Gutes in mich hineingelegt? Was kann ich gut?

Wie gut, wenn wir Dank von anderen hören. Wie gut, wenn wir anderen unseren Dank in Worte fassen:

„Ich bin dankbar, dass Du …, wie Du …, wenn Du!“

Nutzen wir die Zeit zu zweit einmal für dieses Thema und sagen uns gegenseitig zu, wofür wir dankbar sind und welche Eigenschaften wir manchmal „kartoffelig“ finden. Wir dürfen gespannt sein, welche guten Seiten meine/e Partner/in gerade an diesen Eigenschaften findet. Viel Freude dabei!

Gutes tun…

Gestern bin ich über folgende Geschichte gestolpert:

Ein Mann fuhr mit seinem Anhänger von der Arbeit nach Hause. 10 Std. hat der mit seinem Landschaftsgärtnerbetrieb eine große Rasenfläche gemäht, gepflegt und auf Vordermann gebracht. Als er fast zu Hause war, sah er auf einer eingewachsenen Wiese einen ihm unbekannten älteren Mann um die 80 Jahre alt mit einem Handrasenmäher hantieren. Er sah müde aus und die Wiese war vielleicht zu einem zehntel gemäht. Aus irgendeinem Grund dachte sich der Landschaftsgärtner, dass seine Hilfe angebracht wäre. Also drehte er um, fuhr zu dem alten Mann hin und bot an, mit seinem Sitzrasenmäher die Mäharbeiten zu erledigen. Der alte Mann konnte sein Glück nicht fassen, denn es ging ihm gesundheitlich nicht gut und er nahm dankend, das Angebot an und ruhte sich danach an der Schulter seiner Frau ein wenig aus. Für den Profi dauerte es nur wenige Minuten, wofür der ältere Herr Stunden gebraucht hätte. Die Frau kam auf ihn zu und bedankte sich von Herzen. Sie erzählte, dass ihr guter Rasenmäher kaputt gegangen sei und gerade das Geld zu knapp sei für eine Reparatur. Sie sagte: „Heute haben Sie unsere Welt ein großes Stück besser gemacht.“

Bildquelle: https://pixabay.com/de/photos/das-gras-m%c3%a4hen-gartenarbeit-rasen-1438159/

Mich haben diese Zeilen irgendwie berührt. Es ist manchmal so einfach etwas Gutes zu tun und andere glücklich zu machen. Wir müssen nur mit geöffneten Augen durch´s Leben gehen und entdecken vielleicht den Moment wo genau wir gebraucht werden und unsere Hilfe besonders wertvoll ist. Ich glaube, dass der Mann von Gott genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort war und somit wirken konnte. Es sollte so sein. In Schönstatt nennen wir das Vorsehungsglauben.

Vielleicht kann diese wahre Geschichte uns inspirieren für die Zeit als Paar:

  • Wo habe ich einmal erlebt, dass genau zur richtigen Zeit jemand am richtigen Ort war und helfen konnte?
  • Gibt es in unserem Alltag Situationen in denen wir achtsam unsere Hilfe anderen anbieten können?
  • Wo wünschen wir uns im Leben als Paar auch den offenen Blick des Partners, wenn wir einmal selbst Hilfe brauchen?
  • Ein Vorsatz für die kommende Zeit könnte lauten…

Viel Freude im Gespräch zu zweit!

Glücklicher Start in den Tag – Zeit für Leichtigkeit

„Vergiss nicht: Man benötigt nur wenig, um ein glückliches Leben zu führen.“ Marc Aurel


Warum wir den Sommer so lieben? Weil für uns der Tag dann schon mit mehr Leichtigkeit startet.
Mein Mann und ich haben einen sehr unterschiedlichen Rhythmus. Er ist ein absoluter „Earlybird“
und liebt es früh aufzustehen und schon vor 7 Uhr in der Frühe einen ausgedehnten
Waldspaziergang zu machen, um so seine Batterien für den Tag aufzuladen. Ich dagegen bin eher
eine Nachteule und brauche morgens Ruhe und Zeit für mich, um warm zu laufen.

Da uns der gemeinsame Start in den Tag wichtig ist, haben wir im Laufe der Jahre eine Lösung
gefunden, die uns gerade jetzt, im Sommer, so richtig gut tut.
Wir haben unsere „Frühstücksstunde“ eingeführt.
Nach den jeweils individuellen Morgenroutinen, genießen wir draußen, auf unserem kleinen
Balkon, gemeinsam die Morgensonne, frühstücken und tauschen uns dabei aus, was alles so
ansteht und wie es uns geht. Danach starten wir dann mit der Arbeit.

Bildquelle: https://pixabay.com/photos/sunrise-sun-dawn-morning-sky-1513802/

Natürlich haben wir nicht immer eine volle Stunde Zeit, je nachdem wer wann welche Termine hat,
aber diese morgendliche Zeit zu zweit ist ein festes Ritual geworden, auf das wir uns freuen.
Besonders, wenn wir im Sommer draußen sein können.


Wir verzichten auch bewusst darauf dabei Zeitung zu lesen, oder das Handy zur Hand zu nehmen
und haben festgestellt, dass diese Kleinigkeit schon einen Unterschied macht.
Morgens ein gemeinsames Ritual zu haben und sei es noch so klein, z.B. ein Kuss, eine
Umarmung oder einen gemeinsamen Kaffee zu trinken, den/die andere/n zu fragen, was heute
ansteht und somit Interesse zu zeigen, stärkt nachweislich die Bindung.
Und noch ein kleiner Tipp von uns, um mehr Leichtigkeit in den Morgen zu bringen, auch wenn die
Sonne mal nicht scheint ;o)

Experten haben herausgefunden , dass es Wunder bewirken kann, wenn man morgens
mal etwas komplett unerwartetes oder verrücktes tut, z.B. ein Gedicht vorlesen, ein Lied singen,
mit dem Rücken zuerst aufstehen und rückwärts aus der Tür gehen etc. Das irritiert die
Denkgewohnheiten im positiven Sinne und man fängt meist an zu lachen. Humor versprüht direkt
eine große Portion Leichtigkeit und Gelassenheit und der Tag startet gleich viel schöner.

Unsere Empfehlung: Probiert es direkt morgen früh mal aus und stellt euch gerne beim nächsten
gemeinsamen Frühstück die folgenden Fragen:

  • Wie sieht bei uns ein glücklicher Start in den Tag aus?
  • Was braucht jede/r am Morgen für sich, damit der Tag gut anfängt?
  • Was würde uns morgens gemeinsam Spass machen?

Ein Beitrag von Birgit Thalheimer, Goldbach

Die Essenz des Tages

Wenn im Alltag mal wieder viel los war und sich die Ereignisse überschlagen, ziehen mein Mann und ich uns gerne irgendwo ans Wasser zurück. Wir haben festgestellt , dass wir hier am besten runterfahren und die Seele baumeln lassen können.

Draußen sein, mit allen Sinnen die Natur genießen und einfach mal nichts müssen, sich treiben lassen, schöne Plätze finden und dort verweilen, wo es einem gefällt.

Natürlich geht das jetzt, wo die Kinder alle erwachsen und aus dem Haus sind einfacher, aber selbst mit kleineren Kindern lassen sich solche „Mini-Urlaube“ vom Alltag einrichten.

Wenn es keine Gelegenheit gibt einen Ausflug ins Grüne zu machen, dann genügt es auch, sich gemeinsam nach Feierabend, oder wenn die Kinder im Bett sind, auf Balkon oder Terrasse zu setzen, sich einen Moment Zeit zum Durchatmen zu nehmen und wieder bei sich anzukommen.

Bildquelle: Michael Kiess

Wir haben gemerkt, dass es uns gut tut, dann den Tag nochmal bewusst nachzuerleben, einzuordnen und die Essenz daraus positiv für uns zu nutzen. Wenn der Lieblingsplatz gefunden ist, helfen folgende Fragen:

1. Wie bewerte ich den heutigen Tag, auf einer „Schulnotenskala“ von 1-6 (Es braucht dazu keine Erklärung, einfach nur wahrnehmen was gerade da ist)

2. Wofür bin ich heute dankbar?

3. Was hat mir heute Freude gemacht?

4. Was habe ich heute Neues gelernt?

5. Was habe ich heute gut gemacht?

6. Was hat mich heute einen Schritt meinem Ziel näher gebracht?

7. Was ist meine Essenz des Tages und wie nutze ich sie in meinen Alltag.

Es müssen nicht immer alle Fragen beantwortet werden, es geht einfach darum, sich auszutauschen und den Perspektivenwechsel ins positive Wahrnehmen zu üben.

Regelmäßig den Fokus darauf zu richten, was uns an diesem Tag berührt hat und schön war, stärkt nachhaltig die Paarbeziehung.

Es tut so gut, die positive Essenz des Tages miteinander zu teilen, vorhandene Fähigkeiten und Kompetenzen zu erkennen und im Alltag immer bewusster zu nutzen.

Je öfter ihr dieses kleine Ritual wiederholt, desto mehr werdet ihr den positiven Effekt spüren. Die lauen Sommerabende eignen sich ganz hervorragend zum Ausprobieren.

Mit einem gemeinsam genossenen Gläschen Wein, macht es noch mehr Spass ;o)

(Ein Beitrag von Birgit und Frank Thalheimer aus Goldbach)

Wachstumspläne Gottes

Vergangenes Wochenende war Katholikentag in Stuttgart. Ein Impuls von Stefan Harrer (Band Just Be, Plochingen) hat uns besonders angesprochen:

Neulich stand ich wieder am Fluss. Es war ein schöner, klarer Morgen. Beschaulich rinnt das Wasser meiner Lebenszeit dahin, immer auf der Suche nach dem Meer. Der Himmel spiegelt sich darin mit ungezähmt himmelhohen Wünschen, alles fließt. Es waren einige andere auch da am wohl bekanntesten Fluss auf dieser Erde. Und alle schauten sehnsuchtsvoll ans andere Ufer hinüber: Sein Name ist nicht Rhein, nicht Neckar, sondern „Hätte-ich-doch-wenn-doch-nur“ und ich bin mir sicher, wir alle kennen ihn auch.

Bildquelle: Pixabay.com

Gerne würden wir übersetzen, denn scheinbar alles, was uns von einem guten Leben trennt, ist nur dieser Fluss. Wenn ich doch nur mehr Geld hätte, wenn ich doch nur eine größere Wohnung hätte, wenn ich doch nur attraktiver wäre… Hätte ich doch nur einen besseren, kündigungsimmunen Job, einen Kalender frei von Terminen, einen liebevolleren Partner. Es ist schon tragisch. Das gute Leben am anderen Ufer in Sichtweite mit viel grünerem Gras und ich hier, nur einen Einkauf, eine Beförderung, eine Veränderung weit entfernt. Werde ich jemals übersetzen? Dieser Gedanke, lässt mich ja panisch Überstunden schieben, Verpflichtungen annehmen, Schulden und Stress schultern, um mir die Fahrkarte für die Überfahrt zu verdienen. Das ist der Frieden, den uns die Welt schenken will und er ist stets an Bedingungen geknüpft: du bist was du leistet, du bist die Anerkennung, die du dir erwirbst, du bist was du hast. Und das auch nur scheinbar, denn genug ist nie genug. Schneller, höher, weiter. Wachstum ohne Ruhe. Dazu diese Stimmen: „du kannst nichts, du bist nichts wert, keiner mag dich, selber Schuld, Veränderung ist viel zu gefährlich“, wie Zombies. In solch Sorge und Angespanntheit schuften wir kurze Nächte, lange Tage, damit sich vielleicht die Umstände doch ändern und wir endlich ins gute Leben übersetzen können. Gottes Frieden ist ein anderer: bei ihm bin ich gewollt und gut, bedingungslos geliebt und gehalten, liebenswert und liebesfähig. Sein Wachstumsplan für uns ist bio-logisch, gepflanzt an seiner Quelle, in ihm wurzeln, zu grünen und Frucht zu bringen, Liebe und Leben zu teilen. „Macht euch keine Sorgen, sondern wendet euch in jeder Lage an mich. Und tut es mit Dank.“ Gehen wir an Bord der MS Sorgenfrei mit dankbaren Herzen und vertrauen wir uns der tragenden Liebe Gottes an. Nehmen wir ein Bad auf dem Sonnendeck seiner Gnade und lauschen seiner Wahrheit über uns: du bist wertvoll, würdig, behütet, befreit. Die Frage ob unsere Seele Flügel hat, ist nie eine Frage des Geldes, Ansehens und Besitzes, sondern der Freiheit. Gott hat mich aus meiner Not errettet, deswegen will ich ihm danken. Seine Gnade und Liebe hören niemals auf…

Fragen für´s Paargespräch:

  • Welche „hätte“, „könnte“, oder „wollte“ – Fragen liegen bei uns gerade oben auf? Wir erzählen uns davon: Eine/r spricht, die/der andere hört nur zu.
  • Gibt es einen Wachstumsplan Gottes, den wir in unserem Leben erkennen?
  • Was müssen wir tun um auf die „MS Sorgenfrei“ gehen zu können?

Wir wünschen viel Spaß und gute Gespräche bei der Zeit zu zweit!

Heldeneltern

Der Vatertag liegt vor uns, der Muttertag schon hinter uns. Der Monat Mai lädt ein, die Eltern zu feiern! Aus gutem Grund! Ein Hoch auf alle Väter und Mütter! Der Job, vielmehr die Berufung mit den meisten Überstunden der Welt. Bei der Ortseinfahrt in unser Dorf ist gerade ein großes Plakat zu lesen: “Einladung zum VATERTAGSHOCK am 26. Mai!” Für alle Nichtschwaben: Ein gemütliches zusammen “hocken”, also zusammen sitzen, das zu fröhlichem und gemütlichem Beisammensein einlädt, meist verbunden mit einem kühlen Getränk und etwas Leckerem vom Grill. Perfekter Anlass zum Anstoßen auf alle Väter dieser Welt!

Heldeneltern“
In einem Artikel lasen wir diesen Begriff. Eine tolle Wortkombination, finden wir! Mit Helden assoziieren wir ja eigentlich Übermenschen mit tollen Outfits, außergewöhnlichen Kräften und mutigen Taten. Im
Alltag mit fleckiger Hose oder verschwitztem Arbeitshemd fühlt man sich als Eltern wohl eher selten als
Held. Hinzu kommen dann auch die niemals enden wollenden To-DoListen, ganz zu schweigen von den
letzten beiden Coronajahren mit sehr und phasenweise sicher auch zu viel Zeit zu Hause. Und trotzdem
oder vielleicht gerade deswegen: Heldeneltern! Was haben wir nicht alles geleistet! Und wenn wir unsere Kinder durch ihr Leben begleiten, Stabilität geben und Liebe schenken: echt heldenhaft! Darauf dürfen
wir zurecht stolz sein!


Perspektivenwechsel
Am Ende eines Tages fühlt es sich manchmal aber nicht so an, als hätten wir heute Heldentaten vollbracht. Der Blick geht scheinbar automatisch zu allem, was noch unerledigt, schief gelaufen ist oder einfach nicht wie geplant geklappt hat. Was wäre, wenn wir unsere Perspektive ändern und
wandeln lassen? Statt den To-DoListen machen wir eine Have-DoneListe. Da kommt einiges zusammen:
Heldeneltern eben! Wir freuen uns über das, was heute mit den Kindern gut, statt schief lief, auch wenn es manchmal nur Kleinigkeiten waren! Wir lassen bewusst das auf uns wirken, was Gott uns Gutes und Schönes an diesem Tag geschenkt hat.

Ansprüche hinterfragen
Seit wann ist gut eigentlich nicht mehr gut genug? Warum muss alles immer perfekt sein? Manchmal reicht auch ein „okay“ im Alltag völlig aus. An unsere Kinder haben wir nicht den Anspruch, dass sie perfekt sein müssen. Aber wie sieht es bei uns aus? Vielleicht ist ein „unperfekt, aber echt!“, die
bessere Devise. Es kann helfen zu hinterfragen, woher meine Ansprüche kommen und ob ich sie
überhaupt erfüllen kann und will. Dafür kann mein Partner eine gute Hilfe sein.

Feedback geben
Im gemeinsamen Gespräch können wir uns darüber austauschen. Wir spiegeln einander, wie
wir uns als Eltern, als Vater und Mutter wahrnehmen. Und zwar aus einer ganz wohlwollenden
Perspektive. „Goldgräber, nicht Mistkäfer“ wollen wir sein. So formuliert es Pater Kentenich einmal.
Wo erlebe ich, dass mein Mann ein toller Vater, meine Frau eine tolle Mutter ist? Wo haben wir vielleicht
Ansprüche, die gar nicht angemessen oder erfüllbar sind? Bringen Sie dies füreinander ins Wort! Und
gönnen Sie sich einen Goldgräberblick – auch auf sich selbst!

Fragen für´s Paargespräch:

• Besondere Freude als Mutter / Vater, macht mir …

• Wenn ich an meine Mutter / Vater denke, bin ich dankbar für …

• Ich finde du bist eine tolle Mutter / ein toller Vater, wenn du …, wie du …, dass du …, weil du …

• Es geht mir in unserer Partnerschaft gut, wenn wir …

Gebet: „Lass uns aufeinander achten und uns zur Liebe und uns zu guten Taten anspornen.“ (Hebräer 10,24) Gott, der du uns Vater und Mutter bist: in unserem Alltag gerät der Blick auf uns als Paar manchmal in den Hintergrund. Lass uns füreinander Goldgräber statt Mistkäfer sein, damit wir die guten Seiten aneinander sehen und diese erstrahlen lassen. Lass uns liebevoll zueinander und zu unseren Kindern sein, besonders dann, wenn unser Stresslevel hoch ist. Deine Liebe zu uns lässt uns achtsam werden und zu guten Taten anspornen. Schenke uns Vertrauen in uns selbst, innere Leichtigkeit und die tiefe Gewissheit, dass du bei uns bist! Amen.

Den Blickwinkel ändern

“Ich bin ein alter Mann und ich hatte eine ganze Menge Probleme. Die meisten davon sind nie passiert!” (Mark Twain)

Über dieses Zitat sind wir am Wochenende gestolpert und ich fühlte mich gleich ertappt in meinem Bedenkenträgertum. Ja, ich muss zugeben, Sätze wie „das klappt bestimmt nicht!“, „der vergisst das doch sowieso wieder“ kommen mir oft in den Sinn. Ich weiß oft vorher schon, was nachher schief geht. Ob das dann tatsächlich so eintritt, steht auf einem anderen Blatt. Vielleicht tritt es ja auch ein, weil ich der Sache gar keine Chance gebe?

Es stimmt, der ewige Blick auf die Schwierigkeiten bringt mich nicht weiter. Ich denke zurück an die Situation als junge Mutter kurz nach der Geburt unseres ersten Kindes. Mein Mann hatte den Job gewechselt und seine Arbeitszeit gewaltig erhöht und ich fühlte mich einsam und überfordert in meiner neuen Mutterrolle. Praktischerweise sind wir auch kurz nach der Geburt noch umgezogen und ich hatte noch kein großes soziales Netzwerk am neuen Wohnort. Tag für Tag ging es mir schlechter. Wenn mein Mann abends heimkam, dann jammerte ich vor mich hin. Das half mir natürlich auch nicht aus meinem Loch heraus. Wir haben die Kehrtwende geschafft, in dem wir ein ganz einfaches, kleines Ritual in unseren Alltag eingebaut haben: vor dem Schlafengehen blickten wir auf den Tag zurück und sagten Gott Danke für das, was an diesem Tag schön war oder gut gelungen ist. Tatsächlich, wir fanden jeden Tag diese schönen Momente!

Dieses abendliche Ritual tut uns – und mittlerweile auch unseren Kindern – gut um den Blick für das positive in unserem Alltag zu schärfen.

Jetzt kann man sich natürliche fragen, wie man es denn schafft, mit einem positiven Blick auf den Tag zu schauen, wenn man von Natur aus eher dazu neigt die Dinge skeptisch oder pessimistisch zu betrachten. Das passiert ja oft ganz unbewusst, dass man immer auf das Negative blickt.

Vielleicht kann es hier eine gute Übung sein, bewusst den Blickwinkel zu verändern. Wie würde jemand anders auf diese Situation / diese Person blicken? Wie würde Gott auf mein Problem schauen?

Bild von Hands off my tags! Michael Gaida auf Pixabay

Für Euer Gespräch zu zweit könntet Ihr über folgende Fragen ins Gespräch kommen:

  • Wie blicken wir beide / jeder einzeln auf unsere Umwelt? Eher positiv, optimistisch? Eher negativ, pessimistisch?
  • Treten unsere Befürchtungen oft ein?
  • Blickt gemeinsam auf eine Situation, die Euch beschäftigt, und versucht Eure Haltung, Euren Blickwinkel darauf zu verändern. Wie würde jemand anderes / Gott diese Situation beschreiben?

Wir wünschen Euch ein inspirierendes Gespräch!

Martina und Daniel Gröber

Miteinander in Bewegung bleiben

Mein Mann und ich haben uns über die letzten zwei Jahre, durch die ständigen geänderten Bedingungen im Außen, ganz neue Rituale angewöhnt. Seit er nur noch im Homeoffice arbeitet, steht er sehr früh auf und geht jeden Morgen schon vor dem Frühstück eine Stunde in den Wald. Das ist für ihn der perfekte Start in den Tag. Den Sonnenaufgang genießen, die Ruhe des erwachenden Tages nutzen, um sich auf das, was ansteht einzustimmen und sich von der Natur aufladen zu lassen. Durch seine Begeisterung angesteckt und weil ich es toll fand, dass wir auf einmal morgens Zeit miteinander hatten, bin ich zu Beginn oft mitgegangen. Ich sah es als wunderbare Möglichkeit, den Tag gemeinsam anzufangen, sich auszutauschen und frisch in den Tag zu starten.

Bildquelle: Pixabay.com

Es dauerte eine ganze Weile, bis ich mir eingestehen wollte, dass das für mich, als absoluter Morgenmuffel, einfach nicht funktioniert, so gerne ich mich auch umstellen und anpassen wollte.

Auch mein Mann merkte, dass es ihm gut tut, in seinem Tempo und auf seinen eigenen Routen unterwegs zu sein. Er genießt die Stille, das ganz bei sich sein, statt immer wieder von seiner Frau abgelenkt zu werden, die um diese frühe Zeit mit ihrem Kreislauf kämpft oder ständig stehen bleiben will, um die Natur zu bewundern.

Ich liebe es viel eher mir morgens Zeit zu lassen, langsam wach zu werden und erst noch eine kleine Meditation zu machen und meine müden Glieder mit sanften Dehnübungen zu wecken.

So haben wir uns geeinigt, dass unter der Woche jeder für sich in den Tag startet und wir am Wochenende später und dafür zusammen losgehen. Das Frühstück nach der Morgenroutine bleibt aber ein Gemeinsames und das genießen wir auch sehr. Jeder ist dann wach und bereit für den Anderen.

An diesem kleinen Beispiel wird deutlich, dass es in einer Paarbeziehung gar nicht so leicht ist, den eigenen Rhythmus zu finden und auch zu leben.

Es lohnt sich, sich über die folgenden Fragen in einem Paargespräch auszutauschen:

  • Passen wir uns manchmal an den Rhythmus des anderen an, ohne es zu merken, oder um ihm damit einen Gefallen zu tun?
  • Was brauche ich / Was brauchst du gerade?
  • Was würde dir jetzt gut tun?
  • Wie nimmst du deinen eigenen Rhythmus wahr ?
  • Machst du das, was du tust aus Gewohnheit oder für mich, obwohl es dir gar nicht gut tut?
  • Was wäre für uns beide eine gute Lösung?

Was würde sich wohl ändern, wenn wir uns die Frage: „Was brauchst du gerade?“ öfter stellen würden? Vielleicht wird das ja auch ein neues Ritual, gerne auch bei einem Spaziergang ;o) Es hilft auf jeden Fall, um miteinander in Bewegung zu bleiben.

Ein Beitrag von Birgit Thalheimer